Berufsinfo
Informationen zum Ausbildungsberuf „Flexograf“
Vom altbewährten Stempel aus Holz und dem modernen Namens- und Adressstempel mit
integriertem Stempelkissen für Behörde oder Firma bis zum Motivstempel mit Schmuckrand
für die Gestaltung einer Einladungskarte, vom Fahrkartenentwerter bis zur Stempeluhr stellen
die flexiblen Flexografen und Flexografinnen Stempel in allen möglichen Formen her. Auch
Flexodruckplatten für mehrfarbige Drucksachen wie Verpackungen fertigen sie an. Ein neuer
Auftrag ist eingetroffen. Zunächst überprüfen sie, was auf den Stempel oder die
Druckplatte kommen soll: In diesem Fall enthält die Vorlage Text und Bildelemente. Beides
erfassen und bearbeiten sie am Bildschirm für das Layout. Welche Größe haben Schrift
und Zeilenabstand, auf wie viele Zeilen können sie den Text aufteilen und wie viel Platz
dürfen dabei die Bildelemente einnehmen? Die Flexografen und Flexografinnen bearbeiten Text-
und Bilddaten nach solchen typografischen Grundsätzen. Sie lesen auch Korrektur, die Einladung
zum Firmenjubiläum darf schließlich keinen Schreibfehler enthalten. Dann zeichnen sie die
Manuskripte aus, d.h., sie versehen sie mit Anweisungen für die Produktion.
Gestaltung und Technik
Nachdem sie die Text- und Bilddaten rechner- und
programmunterstützt in die endgültige Form gebracht haben, stellen die Flexografen und
Flexografinnen in der Werkstatt oder Werkhalle mit Prägepressen, Matern und Vulkanisierpressen
die Stempelform aus Gummi her oder fertigen die Flexodruckplatte an. Hierfür belichten sie die
Platte, die aus lichtempfindlichen Fotopolymeren besteht: Dabei werden die vom Licht getroffenen
Teile gehärtet. Nach der Belichtung waschen die Flexografen und Flexografinnen die nicht
gehärteten Teile aus, trocknen die fotopolymere Stempelplatte und belichten sie nach.
Anschließend vereinzeln sie die Stempelplatte und kleben sie auf die Stempelgeräte auf.
Beim filmlosen Fertigungsverfahren übertragen sie ihren Layoutentwurf direkt vom
Computer-Publishing-System bzw. Frontend-Satzsystem auf eine Lasergravuranlage. Bei diesem Verfahren
können sie bereits wenige Minuten nach Beendigung der Layoutarbeit mit der Stempelgravur
beginnen.
Arbeitsbedingungen
Den Großteil ihrer Tätigkeiten führen Flexografen
und Flexografinnen am Bildschirm aus. Nicht selten erledigen sie ihre Aufträge aufgrund von
dringenden Lieferterminen unter Zeitdruck. Auf Genauigkeit und Präzision wird in der
Herstellung von Stempel- und Flexodruckplatten großer Wert gelegt. Da sie nicht nur Bilder,
sondern auch Texte bearbeiten, müssen Flexografen und Flexografinnen zudem sicher im Umgang mit
der deutschen Rechtschreibung sein und Vorlagen selbst auf Fehler überprüfen.
Einzelne Arbeitsaufträge erledigen sie in der Regel eigenverantwortlich, stimmen sich aber
mit ihren Kollegen im Betrieb sowie mit ihren Vorgesetzten ab. Dies sind vor allem
Flexografenmeister/innen.
Negative, Zeichnungen, Muster, Manuskripte und andere Vorlagen
erfassen Flexografen und Flexografinnen mit Hilfe eines Scanners. Teilweise erstellen sie erste
Skizzen auch per Hand. Für die grafische Bearbeitung der Texte, Bilder oder Logos am Computer
verwenden sie spezielle Gestaltungsprogramme.
Bei der Herstellung der Stempel und elastischen Flexodruckplatten kommen Setz- und
Gießmaschinen, elektronische Entwicklungsmaschinen, Präge- und Vulkanisierpressen sowie
Wässerungs- und Trocknungsanlagen zum Einsatz. Zunehmend werden Druckplatten mit Hilfe von
Lasertechnik belichtet, d.h., das am Computer erstellte Layout wird mittels Laserstrahl in eine
Gummistempelplatte eingebrannt.
Für die Montage von Gummi- und Selbstfärbestempeln verwenden Flexografen und
Flexografinnen Schneidwerkzeuge und Klebemittel. Zur Qualitätsprüfung setzen sie
verschiedene Mess- und Prüfmittel wie den Typometer ein.
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